25.10.2026 FSV 1. Männer – TSV Kreischa 2:4 (2:2)
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Starker Beginn, bittere Rückschläge und am Ende zu viel mit uns selbst beschäftigt
Die ersten 15 Minuten hatten wir das Spiel voll im Griff. Viel Ballkontrolle, sauberes Passspiel und keine nennenswerten Chancen für Kreischa. Wir waren präsent, kombinierten ordentlich und ließen den Gegner kaum zur Entfaltung kommen.
12. Minute – 1:0 durch Robin Göhler!
Starker Ballgewinn von Marcel Betz rund 35 Meter vor dem gegnerischen Tor. Der schnelle Pass auf Robin Göhler, einmal mit dem Arsch gewackelt und aus 16 Metern durch die Hosenträger des Verteidigers gegen die Laufrichtung des Torwarts abgeschlossen. Ein sauber herausgespielter Treffer und bis dahin eine verdiente Führung.
Doch nur sechs Minuten später war der Vorsprung dahin. Nach einer Ecke bekamen wir den Ball nicht weit genug geklärt. Der Schuss von Petzold aus rund 20 Metern wurde gleich doppelt abgefälscht und landete unglücklich in unserem Tor. 1:1 in der 18. Minute.
Kreischa wurde danach bissiger und aktiver in den Zweikämpfen. Der Schiedsrichter ließ vieles laufen, was bei uns zunehmend für Unzufriedenheit sorgte. Statt sich weiter auf den eigenen Gegenspieler zu konzentrieren, beschäftigten sich einige von uns immer mehr mit dem Unparteiischen. So gab es die erste Gelbe Karte, nachdem Balaz wiederholt in die Hacken getreten worden war und anschließend den Schiedsrichter lautstark ansprach. Sicher unnötig, aber auch nicht gerade eine Situation, in der man sich als Spieler ernst genommen fühlte.
Wir fanden anschließend wieder zu unserem Spiel zurück und drängten Kreischa tief in die eigene Hälfte.
42. Minute – 2:1 durch Zimmermann!
Ein langer Ball von Fleischer auf Göhler, der das Luftduell gewinnt und den Ball in den Lauf von Zimmermann verlängert. Der geht stark in die Tiefe und vollendet zur erneuten Führung. Ein schöner Angriff, der zeigte, was möglich ist, wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren.
Wir wollten die Führung unbedingt mit in die Halbzeit nehmen. Doch wie so oft in dieser Saison mussten wir damit rechnen, dass noch etwas passiert.
45. Minute – 2:2.
Freistoß für Kreischa, zentral und rund 20 Meter vor unserem Tor. Unser Torwart war noch dabei, die Mauer zu stellen. Den Schiedsrichter interessierte das offenbar nicht – er ließ den Gegner ausführen. Der Schuss wurde erneut abgefälscht und landete im Tor. Mit dem Pfiff ging es zum Ausgleich in die Pause.
Eine aus unserer Sicht kaum nachvollziehbare Entscheidung. Auch in anderen Situationen zeigte sich, dass Gespräche mit dem Schiedsrichter wenig bewirkten. Spieler wurden weggeschickt, Diskussionen abgewürgt und der Spielfluss ging zunehmend verloren. Die Verteilung von Fouls und Karten empfanden wir bis dahin als deutlich einseitig. Dazu kam: Das erste Foul von Betz im Spiel, bei dem er auch den Ball spielte, wurde mit Gelb geahndet.
Aber egal, Halbzeit. Wir mussten uns sammeln, die Emotionen herunterfahren und weiter Fußball spielen. Denn trotz allem war unsere Leistung bis dahin keineswegs schlecht.
Zweite Halbzeit: Wir haben das Spiel im Griff, aber nicht das Ergebnis
Die ersten 20 Minuten nach Wiederanpfiff gehörten wieder uns. Wir waren weit weg vom eigenen Tor, kontrollierten das Spiel und hatten die Möglichkeit, die Führung zurückzuholen. Doch wie so oft ließen wir unsere Chancen ungenutzt.
Kreischa wechselte und bekam schließlich auch die erste Gelbe Karte – wegen des Verstellens des Balls bei einem Freistoß. Für Fauls zugunsten unserer Mannschaft hatte der Unparteiische an diesem Tag offenbar wenig übrig.
68. Minute – 2:3 für Kreischa.
Ein tiefer Ball auf den Kreischaer O. Lautsch. Balaz lässt sich im Strafraum zu einfach abkochen, Fleischer kommt zu spät, um noch entscheidend einzugreifen, und der Rest schaut zu. Rückpass, erster Ballkontakt von Wiesner – Tor.
Ein Gegentreffer, der uns besonders wehtun muss. Nicht, weil ein Gegenspieler einmal eine gute Aktion macht, sondern weil wir in dieser Situation als Mannschaft nicht konsequent genug verteidigen.
Danach gab es weiter fleißig Gelbe Karten für uns.
2:4 durch Robin Göhler.
Göhler legt Richter im Strafraum und verwandelt den fälligen Elfmeter anschließend selbst. Zehn Minuten waren noch zu spielen, doch statt einer geschlossenen Aufholjagd wurde die Partie zunehmend hitziger. Die Emotionen kochten hoch und der Fokus auf das eigene Spiel ging immer mehr verloren.
Die Schlussphase: Karten, Diskussionen und der endgültige Bruch
Bis in die 94. Minute hinein wurde es immer hektischer. Ein langer, abseitsverdächtiger Ball von Kreischa führte zur nächsten strittigen Szene. Unser Torwart kam rund 25 Meter vor dem Tor heraus. Verteidiger Homann und ein Kreischaer Stürmer waren ebenfalls in der Situation.
Am Ende sah Urban von Dipps glatt Rot, obwohl noch ein weiterer Verteidiger in der Nähe war. Fleischer bekam Gelb, weil er den Schiedsrichter aufforderte zu erklären, was überhaupt passiert war. Göhler sah schließlich Gelb-Rot – aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Dann war Schluss.
Endstand: FSV Dippoldiswalde – TSV Kreischa 2:4.
Fazit: Wir müssen bei uns selbst anfangen!
Am Ende verlieren wir nicht nur ein Fußballspiel. Wir verlieren zunehmend die Kontrolle über uns selbst. Wir beschäftigen uns mit dem Schiedsrichter, ärgern uns über vergebene Chancen, machen uns gegenseitig Vorwürfe und zerfleischen uns wegen unserer eigenen Unzufriedenheit.
Natürlich gab es Entscheidungen, die wir nicht nachvollziehen konnten. Natürlich waren wir mit der Spielleitung unzufrieden. Aber all das darf nicht dazu führen, dass wir unsere eigenen Aufgaben vergessen. Wir hatten das Spiel über weite Strecken im Griff, waren spielerisch mindestens auf Augenhöhe und haben uns trotzdem nicht belohnt.
Arroganz und Eigenbrötlerei machen uns einen Strich durch die Rechnung!
Leidenschaft und Wille allein reichen nicht, wenn wir glauben, schon alles zu können. Wenn wir nicht bereit sind, uns anzupassen, aus Fehlern zu lernen und auch unangenehme Wahrheiten über uns selbst anzunehmen, werden wir uns nicht weiterentwickeln.
Gerade in solchen Phasen brauchen wir gegenseitige Unterstützung, Zusammenhalt und den Mut, Verantwortung zu übernehmen. Nicht Schuldzuweisungen. Nicht ständiges Meckern. Und schon gar nicht das Gefühl, dass immer die anderen schuld sind.
Wir kommen da wieder raus, davon bin ich überzeugt. Aber nur, wenn jeder Einzelne bereit ist, sich selbst zu hinterfragen, ehrlich in den Spiegel zu schauen und auch in die eigenen tiefsten Ecken zu blicken.
Fehler gehören zum Leben und zum Fußball dazu. Fehler sind nichts Schlimmes. Entscheidend ist, was wir daraus machen.
Wer allerdings immer wieder dieselben Fehler macht und trotzdem andere Ergebnisse erwartet, darf sich nicht wundern, wenn sich nichts verändert.
Wir werden daran arbeiten. Wir werden uns hinterfragen, an uns selbst arbeiten und als Mannschaft wieder enger zusammenrücken müssen.
Am kommenden Wochenende bekommen wir die nächste Gelegenheit, es besser zu machen. Dann wird sich zeigen, wer bereit ist, aus diesem Spiel die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Kopf hoch, zusammenstehen und weitermachen. Aber eben auch: ehrlich zu sich selbst sein und endlich die richtigen Lehren ziehen!
Bericht: M. Fleischer
Details
| Datum | Zeit | Liga | Saison | Spieltag |
|---|---|---|---|---|
| 25. Oktober 2026 | 14:00 | Kreisoberliga | 2026/27 | 8 |
Ergebnis
| Verein | 1.Halbzeit | Endstand | Endstand |
|---|---|---|---|
| FSV Dippoldiswalde | 2 | 2 | Verloren |
| TSV Kreischa | 2 | 4 | Sieg |

